Rafael Nadal

Weltklasse – Nadal bleibt das Sandplatz-Wunder

Wer soll diesen Kerl eigentlich jemals stoppen? Rafael Nadal hat sich am Sonntag Mittag den Sieg beim Tennis-Masters-Turnier in Monte Carlo gesichert. In einem spannenden Finale setzte sich Nadal knapp mit 6:4 und 7:5 gegen seinen spanischen Landsmann David Ferrer durch.

Der spanische Weltranglisten-Erste schrieb schon im letzten Jahr Geschichte, als er sich als erster Tennis-Profi überhaupt einen sechsten Sieg in Serie bei einem Masters-Turnier sichern konnte. Mit seinem siebten Titel in Serie im Monte Carlo Country Club stößt Nadal nochmals in ganz neue Kategorien vor und unterstrich wiederholt seine Stellung als Sandplatz-König.

Das Finale versprach trotz der großen Favoritenrolle von Nadal von Beginn an ein spannendes Duell zu werden, erst bei den Australian Open gelang Ferrer im Viertelfinale der überraschende Sieg über das mallorquinische Kraftpaket. Für Nadal war es der erste Triumph des Jahres und der erste ATP-Titel nach seinem Sieg im letzten Oktober in Tokio.

Spannung ab dem ersten Ballwechsel – Nadal nicht in Top-Form

Um seinen 37. Sieg in Serie auf dem langsamen Sand an der Côte d’Azur zu feiern musste Nadal wie schon bei dem Dreisatz-Sieg gegen Andy Murray im Halbfinale sein ganzes Können aufbieten. Vor den Augen von Prinz Albert von Monaco und U2-Sänger Bono spielten die beiden Spanier eine ziemlich ausgeglichene Partie. Beide produzierten viele vermeidbare Fehler und waren im Service nicht so stark wie gewohnt. Besonders Ferrer hatte mit dem Service einige Probleme und verlor den ersten Satz auch weil er nur eine seiner sechs Breakchancen nutzen konnte.

Allerdings bekamen die Zuschauer auch immer wieder geniale Ballwechsel zu bestaunen, die sie dann auch folgerichtig mit großem Applaus honorierten. Ferrer schien auf das druckvolle Spiel von Nadal sehr gut eingestellt, traute sich viele riskante Schläge zu, ging aber auch sehr oft zu früh hohes Risiko, zu dem der 29-jährige ATP-Spieler aus Valencia aber durch Nadal gezwungen wurde.

Der Branchenprimus war nicht in Bestform und musste ein druckvolles Spiel aufbauen um Ferrer gar nichts erst in Ballwechsel kommen zu lassen. Nach dem entscheidenden Break zum 3:2 ließ sich Nadal den Gewinn des ersten Satzes nicht mehr nehmen

Ferrer kämpft sich nochmal heran – Nadal behält aber die Nerven

Der zweite Satz war wie der erste dann nochmal von Spannung zerfressen. Nadal schaffte schon im dritten Spiel das Break zum 2:1. Beide brachten ihr Service nun deutlich sicherer ins Feld, was dem Spiel nochmal ein wenig mehr Schwung gab. Als Nadal kurz vor dem 5:3 stand, hatte Ferrer nochmal Blut geleckt und sicherte sich im achten Spiel das Re-Breack zum 4:4-Ausgleich.

Auch das folgende eigene Aufschlagspiel konnte Ferrer noch gewinnen und hatte dann die Chance mit einem Break den zweiten Satz zu gewinnen, doch Nadal hielt seine Nerven zusammen und ließ seinem Landsmann in der Folge keine Chance mehr und gewann alle drei folgenden Spiele in Serie. Nach 2:16 Stunden beendete ein Ball von Ferrer ins Netz das hochklassige Finale. „Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg„, sagte „Rafa“ kurz nach dem Erfolg bei der mit 2,75 Millionen Euro dotierten Veranstaltung.

Für seinen 37. Sieg in Serie auf seinem Lieblingsbelag kassierte Nadal 438.000 Euro. Insgesamt war es für den Spanier der 44. Karrieretitel, 30 davon holte der Weltranglisten-Erste auf Sand. Es bleibt auch weiterhin dabei, dass dem Ibrer auf der roten Asche aktuell kein Tennis-Profi das Wasser reichen kann. Schon im vergangenen Jahr hatte Nadal die Masters-Events in Monte Carlo, Madrid sowie Rom gewonnen und auch bei den French Open triumphiert.

Anerkennung von Ferrer – Chance die Weltranglisten-Führung auszubauen

Direkt nach dem Spiel fand auch Ferrer deutliche Worte für den Sandplatz-Spezialisten Nadal. „Rafa ist der beste Sandspieler der Geschichte. Er ist immer überall„, sagte Ferrer. Seine persönliche Bilanz gegen Ferrer konnte Nadal nun auf 12:4 ausbauen. Auch seine Führung in der zweithöchsten Turnierkategorie konnte Nadal ausbauen. Mit seinem 19. Masters-1000-Titel liegt der Spanier nun jeweils zwei Siege vor Roger Federer und dem nicht mehr aktiven US-Amerikaner Andre Agassi

Schon in der nächsten Woche kann Nadal seine sowieso schon große Führung in der Tennis-Weltrangliste vergrößern. Nach seinem Verzicht bei dem Turnier in Barcelona im letzten Jahr muss Nadal keinerlei Punkte verteidigen und kann als an Nummer eins gesetzter Spieler in Abwesenheit von Novak Djokovic und Roger Federer neue Punkte sammeln.

Von Christian Wolfsdorf

Das Federer-Beben – Melzer siegt im Alpen-Duell

Unerwartete Überraschung im Monte Carlo Country Club – Dem schweizer Tennis-Überflieger Roger Federer wurden im Alpen-Duell gegen den Österreicher Jürgen Melzer gehörig die Flügel gestutzt, der einstige Weltranglisten-Erste aus der Schweiz verlor nach nur gerade einmal 105 gespíelten Minuten mit 4:6 und 4:6 gegen Melzer.

Natürlich wäre ich gerne weiter im Turnier geblieben„, befand Federer direkt nach dem Turnier, dass bisher in seine mehr als verkorkste Tennis-Saison perfekt hineinpasst. „Ich denke, ich habe gar nicht so schlecht gespielt. Es war einfach nur das erste Turnier auf Sand„, sagte der 16-malige Grand-Slam-Champion und wollte wiederholt nichts von einer Krise wissen. In den kommenden Tagen wird Federer in seiner Heimat trainieren um sich die nötige Fitness für die kommenden Aufgaben zu holen. (mehr …)